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Premiere des Abendstücks „Die Tochter des Musketiers“

8. Juli 2026

2026

Sechs Tage nach der erfolgreichen Premiere des Familienstücks „Der gestiefelte Kater“ feierte am Samstag, den 4. Juli, im Naturtheater Renningen nun auch das Abendstück seine Premiere: 383 Zuschauer hatten sich bei perfektem Sommerwetter eingefunden, um sich die erste der 13 Aufführungen von „Die Tochter des Musketiers“ anzusehen.

Das von Regisseurin Janne Wagler opulent und zugleich auch mit Feinheiten inszenierte Abenteuerstück von Maria Priester nach Motiven von Alexandre Dumas nahm die Zuschauer mit ins Frankreich des 17. Jahrhunderts und in ein Geschehen, das durch eine gewaltvolle Intrige gegen das Königshaus seinen Ausgang nimmt und daraufhin den emanzipatorischen Weg der jungen Sympathieträgerin Aurélie (Maya Buchmann) erzählt. In Trauer um ihren ermordeten Vater will diese für Gerechtigkeit sorgen und begibt sich dabei mit ihrer treuen Freundin Bernadette (Jessica Schuchert) in große Gefahren.
Umrahmt wird die Geschichte von einer mit Elementen der Commedia dell’Arte inszenierten und inszenierenden Schauspieltruppe bzw. vor allem von deren eindrücklich hemmungslos dargestellten Leiterin (Regine Zimmermann), welche die Zuschauer nicht nur mit Erklärungen und geschichtlichen Einordnungen durch das Stück führt, sondern immer wieder auch Teil der Handlung ist. Das einfallsreiche Spiel mit diesen zwei Ebenen sorgte nicht nur für Originalität und erheiternde Momente, sondern trug neben vielen anderen Faktoren zur enormen Kurzweiligkeit der Inszenierung bei.

Das Bühnengeschehen war geprägt von einem schnellen Wechsel aus Einzel- und Massenszenen. Letztere lebten von der Fülle an Darstellern – einem 37-köpfigen Ensemble, das beim Schlussapplaus über die gesamte Breite der riesigen Naturbühne stand – und der immer wieder auf andere Weise atmosphärischen Art von Waglers Inszenierung: Von einer andächtigen Nonnenprozession über eine von französischem Gesang getragene Tavernen-Szenerie bis hin zu einem gegen den Kardinal (Marvin Raußmüller) aufbegehrenden Mob war alles dabei – bis das Geschehen schließlich in einem Panik im Volk auslösenden Showdown bei der Krönung des Sonnenkönigs (herrlich unreif und exzentrisch dargestellt von Benjamin Reinicke) gipfelte.

Zur Eindrücklichkeit trugen außerdem die über 80 prächtigen Kostüme für die Vertreter der jeweiligen Lebenswelten bei, die auf mehreren Ebenen bespielbare Bühne von Jochen Stahl, welche in diesem Jahr mit einer idyllischen Klosteranlage, einem prächtigen Palast und einfachen Volksbehausungen ausgestattet ist, sowie die von Hartmut Ewert komponierte Musik, welche nicht nur typisch barocke Musik, sondern unter anderem auch lateinischen Klostergesang und filmisch-atmosphärische Untermalungen spannender Szenen umfasste. Ein ganz besonderes Highlight in diesem Jahr waren jedoch die vom Publikum mit Szenenapplaus belohnten Fechtkämpfe, welche die Darsteller über Monate hinweg mit der Kampfchoreographin Dörte Jensen mühevoll einstudiert hatten. Es war nicht zu übersehen, dass die Ensemblemitglieder hierfür alles gegeben hatten.

Aber auch die stilleren Momente resonierten im Publikum. So berührte es, als Maya Buchmann als Protagonistin aus Schmerz um ihren Vater inmitten der Zuschauerreihen weinte und zugleich ihre Entschlossenheit zum Ausdruck brachte, trotz ihrer Stellung als Frau alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um weiteres Unrecht zu verhindern und damit am Ende Frankreich zu retten.
Und last but not least schaffte es Waglers Inszenierung neben aller Ernsthaftigkeit das Publikum auch immer wieder zum Lachen zu bringen.

Mit viel Applaus, Danksagungen und Glückwünschen von Theatermitgliedern und Zuschauern sowie einer anschließenden Feier endete schließlich ein erfolgreicher Premierentag im Naturtheater Renningen.
Bis Ende August stehen „Die Tochter des Musketiers“ und natürlich auch „Der gestiefelte Kater“ nun auf dem Spielplan. Weitere Informationen, auch zum Kartenkauf, gibt es auf der Homepage www.naturtheater-renningen.de.

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